Cloudflare Disruptions Report Q3: Stromausfälle und Shutdowns
Der Cloudflare Bericht zu Internetabschaltungen in Q3 2026 zeigt: Behördlich angeordnete Shutdowns bleiben die häufigste Ursache, doch fast ebenso oft fehlte schlicht der Strom.
Zwischen Juli und September 2026 hat Cloudflare Radar weltweit 49 Internetstörungen registriert. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den Cloudflare am 27. Oktober veröffentlicht hat. Da das Netzwerk des Unternehmens nach eigenen Angaben mehr als 20 Prozent des Web-Traffics abwickelt, lassen sich Ausfälle anhand der Verkehrsdaten gut nachvollziehen.
Shutdowns an der Spitze, angeführt vom Irak
Mit 19 Fällen waren staatlich angeordnete Abschaltungen die häufigste Störungsursache. 18 davon gingen auf das Konto des Irak, der das Netz erneut während landesweiter Prüfungen kappte. Die Shutdowns folgten einem festen Zeitplan in den frühen Morgenstunden (UTC) und dauerten jeweils zwischen 15 und 90 Minuten. Drei fanden Anfang Juli statt, der Großteil zwischen Ende August und Ende September. Laut Internet Society Pulse hat Iraks Kommunikationsminister Mustafa Sanad angekündigt, ein digitales System zu entwickeln, das die zentrale Verteilung von Prüfungsunterlagen und damit auch die Abschaltungen überflüssig machen soll. Syrien und den Sudan, die in den vergangenen Jahren ebenfalls häufig zu Prüfungs-Shutdowns gegriffen hatten, verzeichnete Radar diesmal nicht. Cloudflare führt das eher auf abweichende Prüfungskalender als auf einen politischen Kurswechsel zurück.
Ein politisch motivierter Komplettausfall traf Äthiopien: Im Zuge neuer Kämpfe in der Region Tigray wurde das Internet dort für zehn Tage vollständig abgeschaltet. Auch landesweit sank der HTTP-Traffic um bis zu 30 Prozent.
Ohne Strom kein Netz
An zweiter Stelle folgten Stromausfälle mit 14 Vorfällen in zehn Ländern. Besonders betroffen war Kuba, wo das instabile Stromnetz viermal zu Ausfällen führte, zuletzt bei einem dreitägigen Blackout im September. Der Traffic brach dabei um 18 bis 59 Prozent ein. In Honduras zeigte sich, wie verwundbar zentrale Knotenpunkte sind: Ein Stromausfall an einem Interconnection-Standort am 10. September legte mindestens elf große Provider lahm, der landesweite HTTP-Traffic fiel für rund drei Stunden um 63 Prozent. Im ukrainischen Sewastopol sackte der Traffic nach einem Stromausfall im Juli um 98 Prozent ab. Im August folgte nach Drohnenangriffen auf die Energieinfrastruktur ein zehnstündiger Ausfall mit bis zu 95 Prozent weniger Traffic. In den USA sorgte am 13. August eine defekte Kühlung in einem Rechenzentrum in Phoenix für einen nahezu vollständigen Traffic-Einbruch beim Hoster Namecheap.
Naturkatastrophen und Kabelschäden
Fünf Störungen gingen auf Naturereignisse zurück. Guam traf mit Supertaifun Bavi binnen weniger Monate bereits der zweite schwere Sturm, die Erholung des Traffics zog sich erneut über mehrere Tage. In Kolumbien verursachte ein Erdbeben der Stärke 7,4 im August eine viereinhalbtägige Störung. Ein Beben der Stärke 7,1 in Japan beeinträchtigte vor allem den Desktop-Traffic, während das Mobilnetz weitgehend stabil blieb. In Nepal unterbrachen Sturzfluten Ende August die regionale Konnektivität. In Russlands Fernem Osten führten am Wahltag, dem 19. September, beschädigte Glasfaserleitungen zu regionalen Ausfällen. Rostelecom spricht von vorsätzlicher Beschädigung. Ob ein Zusammenhang mit der Wahl besteht, lässt sich aus den Radar-Daten laut Cloudflare nicht ableiten.
Fragil, aber resilient
Auch einzelne Netzbetreiber fielen aus, darunter MEO in Portugal nach einem gemeldeten Angriff sowie TurkNet in der Türkei. Viele Störungen waren allerdings kurz: In 14 Fällen normalisierte sich der Traffic binnen einer Stunde, in 16 weiteren innerhalb von drei Stunden. Cloudflares Fazit: Die Ausfallsicherheit des Internets hängt nicht nur von Routern und Kabeln ab, sondern ebenso von Stromversorgung, physischer Infrastruktur und politischen Entscheidungen.
Cloudflare Disruptions Report Q3: Stromausfälle und Shutdowns
Der Cloudflare Bericht zu Internetabschaltungen in Q3 2026 zeigt: Behördlich angeordnete Shutdowns bleiben die häufigste Ursache, doch fast ebenso oft fehlte schlicht der Strom.
Zwischen Juli und September 2026 hat Cloudflare Radar weltweit 49 Internetstörungen registriert. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den Cloudflare am 27. Oktober veröffentlicht hat. Da das Netzwerk des Unternehmens nach eigenen Angaben mehr als 20 Prozent des Web-Traffics abwickelt, lassen sich Ausfälle anhand der Verkehrsdaten gut nachvollziehen.
Shutdowns an der Spitze, angeführt vom Irak
Mit 19 Fällen waren staatlich angeordnete Abschaltungen die häufigste Störungsursache. 18 davon gingen auf das Konto des Irak, der das Netz erneut während landesweiter Prüfungen kappte. Die Shutdowns folgten einem festen Zeitplan in den frühen Morgenstunden (UTC) und dauerten jeweils zwischen 15 und 90 Minuten. Drei fanden Anfang Juli statt, der Großteil zwischen Ende August und Ende September. Laut Internet Society Pulse hat Iraks Kommunikationsminister Mustafa Sanad angekündigt, ein digitales System zu entwickeln, das die zentrale Verteilung von Prüfungsunterlagen und damit auch die Abschaltungen überflüssig machen soll. Syrien und den Sudan, die in den vergangenen Jahren ebenfalls häufig zu Prüfungs-Shutdowns gegriffen hatten, verzeichnete Radar diesmal nicht. Cloudflare führt das eher auf abweichende Prüfungskalender als auf einen politischen Kurswechsel zurück.
Ein politisch motivierter Komplettausfall traf Äthiopien: Im Zuge neuer Kämpfe in der Region Tigray wurde das Internet dort für zehn Tage vollständig abgeschaltet. Auch landesweit sank der HTTP-Traffic um bis zu 30 Prozent.
Ohne Strom kein Netz
An zweiter Stelle folgten Stromausfälle mit 14 Vorfällen in zehn Ländern. Besonders betroffen war Kuba, wo das instabile Stromnetz viermal zu Ausfällen führte, zuletzt bei einem dreitägigen Blackout im September. Der Traffic brach dabei um 18 bis 59 Prozent ein. In Honduras zeigte sich, wie verwundbar zentrale Knotenpunkte sind: Ein Stromausfall an einem Interconnection-Standort am 10. September legte mindestens elf große Provider lahm, der landesweite HTTP-Traffic fiel für rund drei Stunden um 63 Prozent. Im ukrainischen Sewastopol sackte der Traffic nach einem Stromausfall im Juli um 98 Prozent ab. Im August folgte nach Drohnenangriffen auf die Energieinfrastruktur ein zehnstündiger Ausfall mit bis zu 95 Prozent weniger Traffic. In den USA sorgte am 13. August eine defekte Kühlung in einem Rechenzentrum in Phoenix für einen nahezu vollständigen Traffic-Einbruch beim Hoster Namecheap.
Naturkatastrophen und Kabelschäden
Fünf Störungen gingen auf Naturereignisse zurück. Guam traf mit Supertaifun Bavi binnen weniger Monate bereits der zweite schwere Sturm, die Erholung des Traffics zog sich erneut über mehrere Tage. In Kolumbien verursachte ein Erdbeben der Stärke 7,4 im August eine viereinhalbtägige Störung. Ein Beben der Stärke 7,1 in Japan beeinträchtigte vor allem den Desktop-Traffic, während das Mobilnetz weitgehend stabil blieb. In Nepal unterbrachen Sturzfluten Ende August die regionale Konnektivität. In Russlands Fernem Osten führten am Wahltag, dem 19. September, beschädigte Glasfaserleitungen zu regionalen Ausfällen. Rostelecom spricht von vorsätzlicher Beschädigung. Ob ein Zusammenhang mit der Wahl besteht, lässt sich aus den Radar-Daten laut Cloudflare nicht ableiten.
Fragil, aber resilient
Auch einzelne Netzbetreiber fielen aus, darunter MEO in Portugal nach einem gemeldeten Angriff sowie TurkNet in der Türkei. Viele Störungen waren allerdings kurz: In 14 Fällen normalisierte sich der Traffic binnen einer Stunde, in 16 weiteren innerhalb von drei Stunden. Cloudflares Fazit: Die Ausfallsicherheit des Internets hängt nicht nur von Routern und Kabeln ab, sondern ebenso von Stromversorgung, physischer Infrastruktur und politischen Entscheidungen.
