Wie Ihnen der Aufbau eines kryptografischen Inventars über Cloud, CI/CD und Endgeräte hinweg gelingen kann

 

10.06.2026

 

Jiannis Papadakis, Director of Solutions Engineering bei Keyfactor

Kommentar

In zahlreichen modernen Unternehmen liegen die kryptografischen Schlüssel, die Zertifikate und Algorithmen der PKI nicht zentral gelagert vor, sondern breit verstreut über unterschiedliche Bereiche ihrer IT-Landschaft hinweg – etwa in hybriden Cloud-Umgebungen, in CI/CD-Pipelines oder auch auf IoT- und IIoT-Geräten. Um hier dennoch für die erforderliche umfassende Transparenz zu sorgen, um ein lückenloses kryptografisches Inventar aufbauen zu können, bedarf es eines modernen PKI-Managementtools, das eine automatisierte Erstellung, Erkennung, Erneuerung und Widerrufung sämtlicher kryptographischen Assets ermöglicht – sowie eines systematischen Vorgehens:

  1. Kryptografische Assets ermitteln (in Cloud-Umgebungen): Cloud-Plattformen vervielfachen den kryptografischen Wildwuchs, da Schlüssel und Zertifikate über eine heterogene Mischung aus IaaS, PaaS und Managed Services verstreut sind. Komponenten wie Load Balancer oder API-Gateways verwalten oft ihre eigenen, nicht zentral sichtbaren Zertifikatsspeicher. Da diese Infrastrukturen hochdynamisch sind und ständigen Änderungen unterliegen, ist eine automatisierte, kontinuierliche Entdeckung zwingend erforderlich. Nur so lassen sich Cloud-native Zertifikate lückenlos erfassen, klare Verantwortlichkeiten für jedes Asset zuweisen und manuelle Fehler in einer sich schnell wandelnden Umgebung eliminieren.
  2. Kryptografische Assets ermitteln (in CI/CD-Pipelines): Direkt in Applikationen kompilierte Software-Kryptografie entgeht herkömmlichen Security-Scans auf Netzwerkebene meist vollständig. Um zu verhindern, dass unsichere Protokolle in die Produktion gelangen, müssen sämtliche Pipelines systematisch auf hartcodierte und wiederverwendete Schlüssel gescannt werden. Um hierbei die verwendeten Bibliotheken und Algorithmen transparent dokumentieren und das Thema Sicherheit agil und direkt in den Quellcode integrieren zu können, ist die Einführung einer Cryptographic Bill of Materials (CBOM) essenziell.
  3. Kryptografische Assets ermitteln (in Hardware-Geräten, Firmware und anderen langlebigen Assets): Da digitale Identitäten oft tief in Hardware-Chips oder Roots of Trust verankert sind, erfordern IoT- und Edge-Geräte spezialisierte Ansätze. Besonders kritisch sind langlebige digitale Signaturen in Firmware-Updates. Da diese Systeme oft mehr als ein Jahrzehnt im Einsatz bleiben, sind sie hochgradig anfällig für ‚Harvest Now, Decrypt Later‘-Angriffe. Die präzise Kartierung sämtlicher kryptografischer Abhängigkeiten auf diesen Geräten ist von immenser Bedeutung, da sie aufgrund mangelnder Interoperabilität und älterer Standards bei einem Architekturwechsel am schwersten zu migrieren sind.
  4. Inventardaten zentralisieren: Die Aufspürung sämtlicher Assets allein genügt nicht. Ziel ist die Etablierung einer „Single Source of Truth“ – eines maßgeblichen, kontinuierlich aktualisierten Systems für das gesamte Unternehmen. Diese Plattform muss nach Asset-Typ, Algorithmus und Verantwortlichkeit durchsuchbar sein. Nur durch die umfassende Konsolidierung sämtlicher Daten des Technologie-Ökosystems erhalten Sicherheitsteams den erforderlichen Überblick, um bei der Entdeckung neuer Schwachstellen oder dem Auftreten etwaiger regulatorischer Anpassungen schnell, präzise und umfassend reagieren zu können.
  5. Inventardaten nutzbar machen: Sämtliche gesammelten Rohdaten müssen in nutzbare Ergebnisse überführt werden – etwa indem das System abgelaufene, selbstsignierte oder nicht richtlinienkonforme kryptografische Assets automatisch markiert. Die Priorisierung der Fehlerbehebung sollte dabei strikt nach Geschäftskritikalität und Datenexposition erfolgen. Durch ein risikobasiertes Scoring kann das Inventar zu einem mächtigen Entscheidungswerkzeug werden, das Administratoren dabei hilft, kritische Schwachstellen gezielt, priorisiert und mit automatisierten Genehmigungsworkflows zu beheben.
  6. Inventardaten auf dem neuesten Stand halten: Statische Aufzeichnungen sind in dynamischen IT-Landschaften meist schon nach kurzer Zeit wieder veraltet. Inventarisierung hat deshalb nicht als einmaliges Projekt verstanden zu werden – sondern als kontinuierlicher Prozess, der, nach Möglichkeit automatisiert, fest in das Certificate Lifecycle Management integriert zu werden hat. Nur kontinuierliche Wartung kann ein Garant dafür sein, dass Unternehmen ausreichend schnell auf Vulnerabilitäten reagieren und ihre kryptografische Resilienz dauerhaft absichern können.

Die Transformation hin zu Krypto-Agilität und Post-Quantum-Sicherheit duldet keinen Aufschub – auch und gerade nicht für Cloud-Umgebungen, CI/CD-Pipelines und vernetzte Geräte. Unternehmen, die hier weiterhin auf manuelle Tabellen vertrauen (oder beim Management ihrer kryptographischen Assets ihre Cloud-Workloads, CI/CD-Pipelines und Hardware-Geräte bewusst ausklammern, schaffen sich – völlig unnötig – unkalkulierbare Risiken. Zu einem lückenlosen, zentralisierten – und automatisierten – Cryptographic Asset Inventory gibt es keine Alternative. Nur so werden sich die zunehmenden Compliance-Vorgaben vollumfänglich erfüllen, Zertifikatsausfälle verhindern und eine quantenresistente Zukunft – über alle Bereiche der IT-Landschaft hinweg – realisieren lassen.


 

Wie Ihnen der Aufbau eines kryptografischen Inventars über Cloud, CI/CD und Endgeräte hinweg gelingen kann

 

10.06.2026

 

Jiannis Papadakis, Director of Solutions Engineering bei Keyfactor

Kommentar

In zahlreichen modernen Unternehmen liegen die kryptografischen Schlüssel, die Zertifikate und Algorithmen der PKI nicht zentral gelagert vor, sondern breit verstreut über unterschiedliche Bereiche ihrer IT-Landschaft hinweg – etwa in hybriden Cloud-Umgebungen, in CI/CD-Pipelines oder auch auf IoT- und IIoT-Geräten. Um hier dennoch für die erforderliche umfassende Transparenz zu sorgen, um ein lückenloses kryptografisches Inventar aufbauen zu können, bedarf es eines modernen PKI-Managementtools, das eine automatisierte Erstellung, Erkennung, Erneuerung und Widerrufung sämtlicher kryptographischen Assets ermöglicht – sowie eines systematischen Vorgehens:

  1. Kryptografische Assets ermitteln (in Cloud-Umgebungen): Cloud-Plattformen vervielfachen den kryptografischen Wildwuchs, da Schlüssel und Zertifikate über eine heterogene Mischung aus IaaS, PaaS und Managed Services verstreut sind. Komponenten wie Load Balancer oder API-Gateways verwalten oft ihre eigenen, nicht zentral sichtbaren Zertifikatsspeicher. Da diese Infrastrukturen hochdynamisch sind und ständigen Änderungen unterliegen, ist eine automatisierte, kontinuierliche Entdeckung zwingend erforderlich. Nur so lassen sich Cloud-native Zertifikate lückenlos erfassen, klare Verantwortlichkeiten für jedes Asset zuweisen und manuelle Fehler in einer sich schnell wandelnden Umgebung eliminieren.
  2. Kryptografische Assets ermitteln (in CI/CD-Pipelines): Direkt in Applikationen kompilierte Software-Kryptografie entgeht herkömmlichen Security-Scans auf Netzwerkebene meist vollständig. Um zu verhindern, dass unsichere Protokolle in die Produktion gelangen, müssen sämtliche Pipelines systematisch auf hartcodierte und wiederverwendete Schlüssel gescannt werden. Um hierbei die verwendeten Bibliotheken und Algorithmen transparent dokumentieren und das Thema Sicherheit agil und direkt in den Quellcode integrieren zu können, ist die Einführung einer Cryptographic Bill of Materials (CBOM) essenziell.
  3. Kryptografische Assets ermitteln (in Hardware-Geräten, Firmware und anderen langlebigen Assets): Da digitale Identitäten oft tief in Hardware-Chips oder Roots of Trust verankert sind, erfordern IoT- und Edge-Geräte spezialisierte Ansätze. Besonders kritisch sind langlebige digitale Signaturen in Firmware-Updates. Da diese Systeme oft mehr als ein Jahrzehnt im Einsatz bleiben, sind sie hochgradig anfällig für ‚Harvest Now, Decrypt Later‘-Angriffe. Die präzise Kartierung sämtlicher kryptografischer Abhängigkeiten auf diesen Geräten ist von immenser Bedeutung, da sie aufgrund mangelnder Interoperabilität und älterer Standards bei einem Architekturwechsel am schwersten zu migrieren sind.
  4. Inventardaten zentralisieren: Die Aufspürung sämtlicher Assets allein genügt nicht. Ziel ist die Etablierung einer „Single Source of Truth“ – eines maßgeblichen, kontinuierlich aktualisierten Systems für das gesamte Unternehmen. Diese Plattform muss nach Asset-Typ, Algorithmus und Verantwortlichkeit durchsuchbar sein. Nur durch die umfassende Konsolidierung sämtlicher Daten des Technologie-Ökosystems erhalten Sicherheitsteams den erforderlichen Überblick, um bei der Entdeckung neuer Schwachstellen oder dem Auftreten etwaiger regulatorischer Anpassungen schnell, präzise und umfassend reagieren zu können.
  5. Inventardaten nutzbar machen: Sämtliche gesammelten Rohdaten müssen in nutzbare Ergebnisse überführt werden – etwa indem das System abgelaufene, selbstsignierte oder nicht richtlinienkonforme kryptografische Assets automatisch markiert. Die Priorisierung der Fehlerbehebung sollte dabei strikt nach Geschäftskritikalität und Datenexposition erfolgen. Durch ein risikobasiertes Scoring kann das Inventar zu einem mächtigen Entscheidungswerkzeug werden, das Administratoren dabei hilft, kritische Schwachstellen gezielt, priorisiert und mit automatisierten Genehmigungsworkflows zu beheben.
  6. Inventardaten auf dem neuesten Stand halten: Statische Aufzeichnungen sind in dynamischen IT-Landschaften meist schon nach kurzer Zeit wieder veraltet. Inventarisierung hat deshalb nicht als einmaliges Projekt verstanden zu werden – sondern als kontinuierlicher Prozess, der, nach Möglichkeit automatisiert, fest in das Certificate Lifecycle Management integriert zu werden hat. Nur kontinuierliche Wartung kann ein Garant dafür sein, dass Unternehmen ausreichend schnell auf Vulnerabilitäten reagieren und ihre kryptografische Resilienz dauerhaft absichern können.

Die Transformation hin zu Krypto-Agilität und Post-Quantum-Sicherheit duldet keinen Aufschub – auch und gerade nicht für Cloud-Umgebungen, CI/CD-Pipelines und vernetzte Geräte. Unternehmen, die hier weiterhin auf manuelle Tabellen vertrauen (oder beim Management ihrer kryptographischen Assets ihre Cloud-Workloads, CI/CD-Pipelines und Hardware-Geräte bewusst ausklammern, schaffen sich – völlig unnötig – unkalkulierbare Risiken. Zu einem lückenlosen, zentralisierten – und automatisierten – Cryptographic Asset Inventory gibt es keine Alternative. Nur so werden sich die zunehmenden Compliance-Vorgaben vollumfänglich erfüllen, Zertifikatsausfälle verhindern und eine quantenresistente Zukunft – über alle Bereiche der IT-Landschaft hinweg – realisieren lassen.