Wenn Hacker die Kühlkette kappen – Lehren aus den Angriffen auf französische Supermärkte
16.10.2026
Von Morris Becker, Regional Director DACH bei TXOne Networks (Bildquelle: Pixabay 2026)
Die jüngsten Cyberangriffe auf Hunderte von französischen Supermärkten, bei denen Kälteanlagen gezielt manipuliert wurden, markieren eine besorgniserregende Entwicklung in der Bedrohungslandschaft für die Operational Technology (OT). Der Vorfall führt uns drastisch vor Augen, dass kritische Infrastrukturen nicht nur in der Schwerindustrie oder im Energiesektor zu finden sind, sondern auch in der alltäglichen Lebensmittelversorgung.
Das Kernproblem bei solchen Angriffen liegt häufig in der eingesetzten Hardware: Viele Kälteanlagen-Controller, wie beispielsweise Modelle der Serien Danfoss AK-SM und AK-SC, sind in den Netzwerken der Betreiber oft schwer oder gar nicht zeitnah zu patchen. Besonders kritisch wird dies bei sogenannten End-of-Life-Modellen, wie dem AK-SM 800 oder dem AK-SC 355. Diese Systeme erhalten vom Hersteller keine weiteren Sicherheitsupdates mehr, obwohl sie weiterhin im operativen Betrieb unerlässlich sind. Erschwerend kommt hinzu, dass bei einigen dieser Geräte (wie z. B. AK-SM 800A mit älterer Firmware unter Version 4.0) der Management-Zugriff unverschlüsselt über HTTP erfolgt, was sie zu leichten Zielen macht.
Wenn Systeme nicht mehr aktualisiert werden können oder ein Patch-Prozess zu langwierig ist, müssen Betreiber auf kompensierende Maßnahmen zurückgreifen. Wie auch die französische IT-Sicherheitsbehörde CERT-FR in ihren aktuellen Richtlinien vom Oktober 2026 empfiehlt, sollten gefährdete Controller idealerweise vom Netz getrennt oder der Zugriff auf sie streng gefiltert werden.
Aus der OT-Security-Perspektive lässt sich dies am effektivsten durch Inline-Netzwerksicherheitslösungen umsetzen, die als einziger Netzwerkpfad zum Controller fungieren. Solche Systeme können den Zugriff strikt auf autorisierte Quellen beschränken. Eine weitere unerlässliche Maßnahme in solchen Szenarien ist das „Virtual Patching“. Damit lassen sich bekannte, kritische Schwachstellen, wie die in diesem Kontext relevanten CVE-2025-41450, CVE-2025-41451 und CVE-2025-41452, auf Netzwerkebene abschirmen, ohne dass die Firmware des Geräts selbst angetastet werden muss.
Da der genaue Angriffsvektor der aktuellen Vorfälle in Frankreich noch nicht vollständig offengelegt wurde, reicht eine rein netzwerkbasierte Absicherung jedoch nicht aus. Kompensierende Maßnahmen müssen stets Hand in Hand mit grundlegender Cyberhygiene gehen. Dazu gehören, wie ebenfalls vom CERT-FR angeraten, die umgehende Änderung von Passwörtern, die rigorose Überprüfung von Benutzerkonten sowie die langfristige strategische Planung von Firmware-Upgrades oder dem vollständigen Austausch veralteter Systeme.
Die Angriffe in Frankreich sind ein Weckruf für den gesamten Einzelhandel und Betreiber von Kälte- und Klimatechnik: OT-Sicherheit darf kein Nachgedanke sein, sondern erfordert proaktive, mehrschichtige Verteidigungsstrategien, besonders dann, wenn die verbaute Hardware selbst keine Updates mehr zulässt.
Wenn Hacker die Kühlkette kappen – Lehren aus den Angriffen auf französische Supermärkte
16.10.2026
Von Morris Becker, Regional Director DACH bei TXOne Networks (Bildquelle: Pixabay 2026)
Die jüngsten Cyberangriffe auf Hunderte von französischen Supermärkten, bei denen Kälteanlagen gezielt manipuliert wurden, markieren eine besorgniserregende Entwicklung in der Bedrohungslandschaft für die Operational Technology (OT). Der Vorfall führt uns drastisch vor Augen, dass kritische Infrastrukturen nicht nur in der Schwerindustrie oder im Energiesektor zu finden sind, sondern auch in der alltäglichen Lebensmittelversorgung.
Das Kernproblem bei solchen Angriffen liegt häufig in der eingesetzten Hardware: Viele Kälteanlagen-Controller, wie beispielsweise Modelle der Serien Danfoss AK-SM und AK-SC, sind in den Netzwerken der Betreiber oft schwer oder gar nicht zeitnah zu patchen. Besonders kritisch wird dies bei sogenannten End-of-Life-Modellen, wie dem AK-SM 800 oder dem AK-SC 355. Diese Systeme erhalten vom Hersteller keine weiteren Sicherheitsupdates mehr, obwohl sie weiterhin im operativen Betrieb unerlässlich sind. Erschwerend kommt hinzu, dass bei einigen dieser Geräte (wie z. B. AK-SM 800A mit älterer Firmware unter Version 4.0) der Management-Zugriff unverschlüsselt über HTTP erfolgt, was sie zu leichten Zielen macht.
Wenn Systeme nicht mehr aktualisiert werden können oder ein Patch-Prozess zu langwierig ist, müssen Betreiber auf kompensierende Maßnahmen zurückgreifen. Wie auch die französische IT-Sicherheitsbehörde CERT-FR in ihren aktuellen Richtlinien vom Oktober 2026 empfiehlt, sollten gefährdete Controller idealerweise vom Netz getrennt oder der Zugriff auf sie streng gefiltert werden.
Aus der OT-Security-Perspektive lässt sich dies am effektivsten durch Inline-Netzwerksicherheitslösungen umsetzen, die als einziger Netzwerkpfad zum Controller fungieren. Solche Systeme können den Zugriff strikt auf autorisierte Quellen beschränken. Eine weitere unerlässliche Maßnahme in solchen Szenarien ist das „Virtual Patching“. Damit lassen sich bekannte, kritische Schwachstellen, wie die in diesem Kontext relevanten CVE-2025-41450, CVE-2025-41451 und CVE-2025-41452, auf Netzwerkebene abschirmen, ohne dass die Firmware des Geräts selbst angetastet werden muss.
Da der genaue Angriffsvektor der aktuellen Vorfälle in Frankreich noch nicht vollständig offengelegt wurde, reicht eine rein netzwerkbasierte Absicherung jedoch nicht aus. Kompensierende Maßnahmen müssen stets Hand in Hand mit grundlegender Cyberhygiene gehen. Dazu gehören, wie ebenfalls vom CERT-FR angeraten, die umgehende Änderung von Passwörtern, die rigorose Überprüfung von Benutzerkonten sowie die langfristige strategische Planung von Firmware-Upgrades oder dem vollständigen Austausch veralteter Systeme.
Die Angriffe in Frankreich sind ein Weckruf für den gesamten Einzelhandel und Betreiber von Kälte- und Klimatechnik: OT-Sicherheit darf kein Nachgedanke sein, sondern erfordert proaktive, mehrschichtige Verteidigungsstrategien, besonders dann, wenn die verbaute Hardware selbst keine Updates mehr zulässt.
