Ransomware-Angriff auf Berlin: Warum nun die Sicherheit der digitalen Belegschaft im Zentrum stehen sollte
16.09.2026
Dr. Martin J. Krämer, CISO Advisor bei KnowBe4
Mit ihrem Angriff auf das Netz der Berliner Landesverwaltung hat uns die Erpressergruppe Rhysida mehr als anschaulich die starke Anfälligkeit der IT unserer öffentlichen Verwaltung für Cyberangriffe vor Augen geführt. Über einen TerminalFix-Angriff scheinen die Angreifer in die IT-Bereiche der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt eingedrungen zu sein. Rund 5,8 Terabyte an Daten wurden von ihnen erbeutet, rund 1,2 Millionen Dateien über einen Link im Darknet zum Download angeboten.
Darunter befinden sich, neben Verwaltungsakten und Notfallplänen, auch Daten zu den Beamten und Angestellten des Landes Berlin – möglicherweise auch zu Antragstellern der beiden Bereiche.
Ihre über das Darknet zugänglichen Informationen könnten nun, sollten sie in die Hände von Cyberkriminellen gelangen, von diesen für maßgeschneiderte Social Engineering-, Phishing- und Spear Phishing-Attacken missbraucht werden. Sie beinhalten das für solche Angriffe zwingend erforderliche Hintergrundwissen, mit dem sich ein Opfer manipulieren oder sogar erpressen lassen kann. Kontaktdaten, Gehaltsabrechnungen, Bankdaten, Informationen zur Familie, zum Wohnsitz oder auch über laufende Verfahren. Die Angreifer könnten sich nun etwa als Mitarbeiter einer Behörde oder eines Amtes ausgeben, Beschäftigte und Antragsteller mit täuschend echten Nachrichten kontaktieren, reale Aktenzeichen, reale Namen von Ansprechpartnern oder auch von Vorgesetzten nutzen – samt ihrer Kontaktdaten. Ihr Ziel könnte dabei einfach nur eine weitere Informationsabschöpfung sein; oder die Einleitung eines finanziellen Betrugs; oder auch eine Erpressung, etwa um einen Antrag bewilligt zu bekommen.
Betroffenen Personen kann nur geraten werden, so rasch wie möglich selbst aktiv zu werden. Unverzüglich sollten sie ihre privaten Passwörter für alle genutzten Online-Dienste ändern – sofern identische Nutzername-Passwort-Kombinationen dienstlich und privat genutzt werden auch solche, die zu Hause im Einsatz sind. Außerdem sollten sie, bei allen Anwendungen, bei denen dies möglich ist, die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktivieren. Und schließlich sollten sie höchste Vorsicht bei unerwartet eintreffenden E-Mails, SMS oder Anrufen an den Tag legen. Beigefügte Links und Anhänge – oder gar Captchas – sollten sie unter keinen Umständen einfach öffnen – selbst wenn sie glauben, den Absender zu kennen. Bei Zahlungsaufforderungen oder Bitten um vertrauliche Daten sollten sie sich die Anfrage immer über einen zweiten Kanal, etwa einen Kontrollanruf bei der zuständigen Stelle, verifizieren lassen.
Staatliche Organisationen werden der Absicherung ihrer digitalen Belegschaft eine größere Priorität einräumen müssen. Sie sollten Multifaktor-Authentifizierungen einführen, Zero Trust und Least Privilege implementieren und durchsetzen. Und: die Widerstandsfähigkeit ihrer gesamten digitalen Belegschaft stärken – durch kontinuierliche praxisnahe Security-Awareness- Schulungen und -Trainings.
Denn: nur wenn neben einer umfassenden Sicherheitsarchitektur auch eine effektive Sicherheitskultur etabliert – und auch rigoros durchgesetzt – wird, wird sich ein Cyberangriff, wie der derzeitige auf Berlin, werden sich damit verbundene potentielle Folgeangriffe erfolgreich eindämmen lassen.
Ransomware-Angriff auf Berlin: Warum nun die Sicherheit der digitalen Belegschaft im Zentrum stehen sollte
16.09.2026
Dr. Martin J. Krämer, CISO Advisor bei KnowBe4
Mit ihrem Angriff auf das Netz der Berliner Landesverwaltung hat uns die Erpressergruppe Rhysida mehr als anschaulich die starke Anfälligkeit der IT unserer öffentlichen Verwaltung für Cyberangriffe vor Augen geführt. Über einen TerminalFix-Angriff scheinen die Angreifer in die IT-Bereiche der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt eingedrungen zu sein. Rund 5,8 Terabyte an Daten wurden von ihnen erbeutet, rund 1,2 Millionen Dateien über einen Link im Darknet zum Download angeboten.
Darunter befinden sich, neben Verwaltungsakten und Notfallplänen, auch Daten zu den Beamten und Angestellten des Landes Berlin – möglicherweise auch zu Antragstellern der beiden Bereiche.
Ihre über das Darknet zugänglichen Informationen könnten nun, sollten sie in die Hände von Cyberkriminellen gelangen, von diesen für maßgeschneiderte Social Engineering-, Phishing- und Spear Phishing-Attacken missbraucht werden. Sie beinhalten das für solche Angriffe zwingend erforderliche Hintergrundwissen, mit dem sich ein Opfer manipulieren oder sogar erpressen lassen kann. Kontaktdaten, Gehaltsabrechnungen, Bankdaten, Informationen zur Familie, zum Wohnsitz oder auch über laufende Verfahren. Die Angreifer könnten sich nun etwa als Mitarbeiter einer Behörde oder eines Amtes ausgeben, Beschäftigte und Antragsteller mit täuschend echten Nachrichten kontaktieren, reale Aktenzeichen, reale Namen von Ansprechpartnern oder auch von Vorgesetzten nutzen – samt ihrer Kontaktdaten. Ihr Ziel könnte dabei einfach nur eine weitere Informationsabschöpfung sein; oder die Einleitung eines finanziellen Betrugs; oder auch eine Erpressung, etwa um einen Antrag bewilligt zu bekommen.
Betroffenen Personen kann nur geraten werden, so rasch wie möglich selbst aktiv zu werden. Unverzüglich sollten sie ihre privaten Passwörter für alle genutzten Online-Dienste ändern – sofern identische Nutzername-Passwort-Kombinationen dienstlich und privat genutzt werden auch solche, die zu Hause im Einsatz sind. Außerdem sollten sie, bei allen Anwendungen, bei denen dies möglich ist, die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktivieren. Und schließlich sollten sie höchste Vorsicht bei unerwartet eintreffenden E-Mails, SMS oder Anrufen an den Tag legen. Beigefügte Links und Anhänge – oder gar Captchas – sollten sie unter keinen Umständen einfach öffnen – selbst wenn sie glauben, den Absender zu kennen. Bei Zahlungsaufforderungen oder Bitten um vertrauliche Daten sollten sie sich die Anfrage immer über einen zweiten Kanal, etwa einen Kontrollanruf bei der zuständigen Stelle, verifizieren lassen.
Staatliche Organisationen werden der Absicherung ihrer digitalen Belegschaft eine größere Priorität einräumen müssen. Sie sollten Multifaktor-Authentifizierungen einführen, Zero Trust und Least Privilege implementieren und durchsetzen. Und: die Widerstandsfähigkeit ihrer gesamten digitalen Belegschaft stärken – durch kontinuierliche praxisnahe Security-Awareness- Schulungen und -Trainings.
Denn: nur wenn neben einer umfassenden Sicherheitsarchitektur auch eine effektive Sicherheitskultur etabliert – und auch rigoros durchgesetzt – wird, wird sich ein Cyberangriff, wie der derzeitige auf Berlin, werden sich damit verbundene potentielle Folgeangriffe erfolgreich eindämmen lassen.
