Lehren aus dem Substack Hack

Thomas Boele, Regional Director Sales Engineering CER/DACH bei Check Point Software Technologies GmbH

Anfang Februar machte die Meldung die Runde, dass die Newsletter Plattform Substack einen Datenverlust vermelden musste. Zwar sind wohl keine Finanzdaten oder Login-Passwörter kompromittiert worden, dennoch sollte das Durchsickern von E-Mail-Adressen und Telefonnummern nicht unterschätzt werden. Diese Daten könnten für gezielte Social Engineering-Angriffe, Spam-Kampagnen, Phishing-E-Mails und zunehmend auch für Smishing-Angriffe per SMS missbraucht werden.

Social Engineering-Taktiken haben sich rasant weiterentwickelt, wie unter anderem die Erkenntnisse des Cyber Security Reports 2026 hervorheben. Bei Cyberkriminellen lässt sich eine Verlagerung hin zu plattformübergreifenden Identitätsdiebstahl-Angriffen beobachten, bei denen durchgesickerte Telefonnummern für Vishing-Anrufe in Echtzeit genutzt werden. Oft geschieht dies unter Verwendung von KI-generierten Stimmen und Deepfake-Audio, mit der sich Cyberkriminelle als vertrauenswürdige Personen ausgeben.

Ebenso besorgniserregend ist die Dauer eines Datenlecks: Die Angreifer hatten im eingangs beschriebenen Fall bereits Monate zuvor Zugriff auf die Daten, aber der Vorfall wurde erst im Februar 2026 offengelegt, eine Gefahrensituation, die das Risiko der Datennutzung und potenzieller Folgeangriffe deutlich erhöhen. Diese Lücke unterstreicht einmal mehr die entscheidende Bedeutung von Echtzeit-Bedrohungserkennung und Incident Response-Fähigkeiten.

Bei solchen Ereignissen lässt sich immer wieder feststellen, dass der größte Schaden nach solchen Vorfällen nachgelagert entsteht. Die ursprüngliche Sicherheitsverletzung wird de facto zu einer Verteilerliste für Folgeaktionen, und die Auswirkungen zeigen sich später in Form von Diebstahl von Anmeldedaten, Kompromittierung von Postfächern und Betrug mit geschäftlichen E-Mails. Deshalb sollten betroffene Nutzer bei jedem Vorfall prüfen, welche Dienste ihre E-Mail-Adresse oder ihre Telefonnummer für Logins oder SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden, und nach Möglichkeit auf Authentifizierungs-Apps oder Hardware-Token umstellen. Gerade weil Telefonnummern betroffen sind, steigt das Risiko von SIM-Swapping, Smishing und Vishing-Anrufen.

Die langfristigen Abhilfemaßnahmen sind eine umfassende Cybersicherheit mit geringstmöglichen Berechtigungen, Segmentierung, strenger Protokollierung und Warnmeldungen. Sie machen das groß angelegte Sammeln von Daten auffällig, ratenbegrenzt und schnell erkennbar. Für Betreiber von Plattformen ist dieser Vorfall ein erneuter Hinweis, Sicherheitsarchitekturen von vornherein so zu planen, als wären Kontaktdaten bereits kompromittiert – mit Zero Trust-Prinzipien und Telemetrie, die ungewöhnliche Massenabgriffe von Metadaten frühzeitig sichtbar macht.


 

Lehren aus dem Substack Hack

Thomas Boele, Regional Director Sales Engineering CER/DACH bei Check Point Software Technologies GmbH

Anfang Februar machte die Meldung die Runde, dass die Newsletter Plattform Substack einen Datenverlust vermelden musste. Zwar sind wohl keine Finanzdaten oder Login-Passwörter kompromittiert worden, dennoch sollte das Durchsickern von E-Mail-Adressen und Telefonnummern nicht unterschätzt werden. Diese Daten könnten für gezielte Social Engineering-Angriffe, Spam-Kampagnen, Phishing-E-Mails und zunehmend auch für Smishing-Angriffe per SMS missbraucht werden.

Social Engineering-Taktiken haben sich rasant weiterentwickelt, wie unter anderem die Erkenntnisse des Cyber Security Reports 2026 hervorheben. Bei Cyberkriminellen lässt sich eine Verlagerung hin zu plattformübergreifenden Identitätsdiebstahl-Angriffen beobachten, bei denen durchgesickerte Telefonnummern für Vishing-Anrufe in Echtzeit genutzt werden. Oft geschieht dies unter Verwendung von KI-generierten Stimmen und Deepfake-Audio, mit der sich Cyberkriminelle als vertrauenswürdige Personen ausgeben.

Ebenso besorgniserregend ist die Dauer eines Datenlecks: Die Angreifer hatten im eingangs beschriebenen Fall bereits Monate zuvor Zugriff auf die Daten, aber der Vorfall wurde erst im Februar 2026 offengelegt, eine Gefahrensituation, die das Risiko der Datennutzung und potenzieller Folgeangriffe deutlich erhöhen. Diese Lücke unterstreicht einmal mehr die entscheidende Bedeutung von Echtzeit-Bedrohungserkennung und Incident Response-Fähigkeiten.

Bei solchen Ereignissen lässt sich immer wieder feststellen, dass der größte Schaden nach solchen Vorfällen nachgelagert entsteht. Die ursprüngliche Sicherheitsverletzung wird de facto zu einer Verteilerliste für Folgeaktionen, und die Auswirkungen zeigen sich später in Form von Diebstahl von Anmeldedaten, Kompromittierung von Postfächern und Betrug mit geschäftlichen E-Mails. Deshalb sollten betroffene Nutzer bei jedem Vorfall prüfen, welche Dienste ihre E-Mail-Adresse oder ihre Telefonnummer für Logins oder SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden, und nach Möglichkeit auf Authentifizierungs-Apps oder Hardware-Token umstellen. Gerade weil Telefonnummern betroffen sind, steigt das Risiko von SIM-Swapping, Smishing und Vishing-Anrufen.

Die langfristigen Abhilfemaßnahmen sind eine umfassende Cybersicherheit mit geringstmöglichen Berechtigungen, Segmentierung, strenger Protokollierung und Warnmeldungen. Sie machen das groß angelegte Sammeln von Daten auffällig, ratenbegrenzt und schnell erkennbar. Für Betreiber von Plattformen ist dieser Vorfall ein erneuter Hinweis, Sicherheitsarchitekturen von vornherein so zu planen, als wären Kontaktdaten bereits kompromittiert – mit Zero Trust-Prinzipien und Telemetrie, die ungewöhnliche Massenabgriffe von Metadaten frühzeitig sichtbar macht.