„KI wird darüber entscheiden, welche Unternehmen bestehen bleiben.“ – So macht Getronics den Mittelstand zukunftssicher.
19.12.2025
Ein Interview mit Frank Roidl, Senior Key Account Manager bei Getronics.
Getronics gehört zu den weltweit führenden Managed-Service-Anbietern und ist gleichzeitig nah genug am Kunden, um Mittelständler individuell zu begleiten. Im Gespräch erklärt Senior Key Account Manager Frank Roidl, wie sich die Marktanforderungen verändern, warum die Datenhoheit wieder an Bedeutung gewinnt und weshalb KI für Beschäftigte keine Bedrohung, sondern eine Befreiung sein kann.
Vom C64 zu globalen IT-Services
Roidl ist seit 2016 bei Getronics. In die IT kam er, wie er sagt, „so früh, wie ich schreiben konnte“: Erst der C64, dann ein Elektrotechnik-Studium bei der Bundeswehr und schließlich ein Studium der Informatik. Seine beruflichen Stationen führten ihn unter anderem als Software- und Hardwareentwickler zu Scheidt & Bachmann sowie als Managing Director für den US-Bereich nach San Francisco. Danach ging es zurück nach Deutschland in leitende Positionen bei British Telecom/Viag Interkom und Colt, bevor Getronics 2016 die Managed-Services-Division übernahm und er ins Unternehmen wechselte. Heute betreut Getronics Kunden in 22 Ländern direkt und über Partner in weiteren 180 Märkten. Getronics versteht sich als Full-Managed-Service-Provider: Workplace Management, Cloud Services, Security, Netzwerk, Smart Spaces – alles aus einer Hand, international gedacht und lokal umgesetzt. „Wir erfüllen globale Anforderungen und bleiben gleichzeitig nah genug dran, um maßgeschneiderte Lösungen zu liefern“, sagt Roidl. Diese Mischung aus Skalierung und Nähe sei ein entscheidender Vorteil, gerade für mittelständische Unternehmen.
Warum integrierte Services wichtiger werden
Roidl beobachtet im Markt eine Entwicklung hin zu ganzheitlichen IT-Modellen. „Unternehmen wollen keine vier Provider, vier Verträge und vier verschiedene Meinungen bei einem Problem“, sagt er. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass fragmentierte Zuständigkeiten eher Bremsklötze sind. Getronics versteht sich deshalb als orchestrierender Partner. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Technologien intern entwickelt werden. Im Gegenteil: Das Unternehmen arbeitet bewusst agnostisch mit führenden Spezialisten zusammen, beispielsweise im Bereich KI oder Cloud. „Für uns zählt nicht, wer die Technologie liefert. Entscheidend ist, was für den Kunden das Beste ist.“
Deutsche Rechenzentren mit globaler Reichweite
Ein Punkt, der für deutsche Mittelständler besonders wichtig ist: Datenhoheit. „Viele Kunden wollen ganz genau wissen, wo ihre Daten liegen – und sie wollen, dass sie Deutschland nicht verlassen“, sagt Roidl. Getronics betreibt deshalb eigene Rechenzentren in Deutschland, bietet aber gleichzeitig internationale Servicekapazitäten. Auch große Hardwarehersteller lassen ihre On-Site-Services in Deutschland von Getronics-Personal durchführen. Diese Kombination ermöglicht, was rein nationale Anbieter oft nicht leisten können: lokale Compliance bei globaler Servicefähigkeit.
Was Mittelständler wirklich umtreibt
Roidls Ansicht nach sind die Herausforderungen im Mittelstand eindeutig: Dazu zählen Fachkräftemangel, Security-Anforderungen, Cloud-Strategien und steigende Komplexität. Unternehmen mit 200 bis 500 Mitarbeitenden seien laut ihm zu groß, um komplett ohne professionelle IT-Services auszukommen, aber zu klein, um hochspezialisierte Fachkräfte dauerhaft zu beschäftigen. Themen wie NIS2 und Cyberabwehr stellen zusätzliche Kosten- und Kompetenzhürden dar. „Genau hier liegt der Wert eines Managed-Service-Partners“, sagt Roidl. Durch geteilte Expertise, Prozessautomatisierung, Compliance-Unterstützung und klare Zukunftsstrategien werden die internen Teams entlastet und können sich auf das Kerngeschäft konzentrieren.
Der Trend geht zurück: weg von der Public Cloud
Einer der spannendsten Trends, den Roidl beschreibt, ist die Rückbewegung vieler Unternehmen aus der reinen Public Cloud. „Vor einigen Jahren wollte gefühlt jeder alles in die Public Cloud schieben“, sagt er. „Heute erleben wir das Gegenteil.“
Gründe dafür sind:
- steigende Anforderungen an die Datenklassifizierung
- Unsicherheiten durch geopolitische Spannungen
- erhöhte Sensibilität gegenüber staatlichen Zugriffsrechten
- gestiegene Kosten bei schlecht gemanagten Cloud-Setups
Einige unserer Kunden wollen nicht einmal, dass ihr Disaster-Recovery-System in Italien liegt. Sie sagen: ‚Unsere Daten dürfen Deutschland nicht verlassen.‘ Getronics bietet hierfür hybride und private Alternativen, die eine starke Verschlüsselung und eine europäische Infrastruktur umfassen.
Sicherheit ist eine Frage der Balance
Roidl spricht offen aus, was viele ungern hören: Absolute Sicherheit gibt es nicht. „Als ehemaliger Softwareentwickler weiß ich, dass jede Codezeile eine Schwachstelle haben kann.“ Entscheidend sei daher nicht Perfektion, sondern eine sinnvolle Risikoabwägung. „Die letzten drei Prozent Sicherheit würden Millionen kosten. Das muss man transparent diskutieren.“ Getronics unterstützt Unternehmen dabei mit Risikoanalysen, Sicherheitsarchitektur und operativem Monitoring – auch über ein eigenes Security Operations Center (SOC) in Spanien.
Die Schönheit der KI: Entlastung statt Angst
Wenn Roidl über KI spricht, dann tut er das mit spürbarer Begeisterung. Für ihn ist künstliche Intelligenz keine Bedrohung, sondern ein Meilenstein. „Es gibt Unternehmen, die KI einsetzen – und es gibt Unternehmen, die es bald nicht mehr geben wird.“ Damit meint er jedoch nicht den großen disruptiven Wurf, sondern zahlreiche kleine Anwendungen, die Prozesse effizienter gestalten, menschliche Routinearbeit reduzieren und Ressourcen freisetzen.
Ein Beispiel sind Passwort-Resets oder einfache Nutzeranfragen, die bislang Live-Agenten gebunden haben. „Ein Supportmitarbeiter, der seit 20 Jahren immer dieselben Standardfragen beantwortet, ist irgendwann frustriert. KI nimmt ihm diese Last ab und schafft Raum für anspruchsvollere Aufgaben.“ Getronics arbeitet dafür mit OneReach.ai zusammen, einem der führenden Anbieter im Gartner-Quadranten. Die Technologie kommt sowohl intern als auch in Kundenprojekten zum Einsatz.
Partnerschaft statt Provider
Für Roidl steht fest: Der Mittelstand braucht Partner, die mitdenken, übersetzen und stabilisieren. Technologie ist heute kein Selbstzweck mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. „Der Mittelstand hat oft brillante Ideen, starke Produkte und enorme Innovationskraft“, sagt er. „Was ihnen fehlt, ist die Sicherheit, dass ihre IT zuverlässig, sicher und zukunftsfähig ist.“ Genau dort möchte Getronics ansetzen: als Begleiter, der die Sprache der Unternehmen spricht, ihre Herausforderungen kennt und die Komplexität der IT beherrschbar macht.

Frank Roidl, Senior Key Account Manager bei Getronics
„KI wird darüber entscheiden, welche Unternehmen bestehen bleiben.“ – So macht Getronics den Mittelstand zukunftssicher.
19.12.2025
Ein Interview mit Frank Roidl, Senior Key Account Manager bei Getronics.
Getronics gehört zu den weltweit führenden Managed-Service-Anbietern und ist gleichzeitig nah genug am Kunden, um Mittelständler individuell zu begleiten. Im Gespräch erklärt Senior Key Account Manager Frank Roidl, wie sich die Marktanforderungen verändern, warum die Datenhoheit wieder an Bedeutung gewinnt und weshalb KI für Beschäftigte keine Bedrohung, sondern eine Befreiung sein kann.
Vom C64 zu globalen IT-Services
Roidl ist seit 2016 bei Getronics. In die IT kam er, wie er sagt, „so früh, wie ich schreiben konnte“: Erst der C64, dann ein Elektrotechnik-Studium bei der Bundeswehr und schließlich ein Studium der Informatik. Seine beruflichen Stationen führten ihn unter anderem als Software- und Hardwareentwickler zu Scheidt & Bachmann sowie als Managing Director für den US-Bereich nach San Francisco. Danach ging es zurück nach Deutschland in leitende Positionen bei British Telecom/Viag Interkom und Colt, bevor Getronics 2016 die Managed-Services-Division übernahm und er ins Unternehmen wechselte. Heute betreut Getronics Kunden in 22 Ländern direkt und über Partner in weiteren 180 Märkten. Getronics versteht sich als Full-Managed-Service-Provider: Workplace Management, Cloud Services, Security, Netzwerk, Smart Spaces – alles aus einer Hand, international gedacht und lokal umgesetzt. „Wir erfüllen globale Anforderungen und bleiben gleichzeitig nah genug dran, um maßgeschneiderte Lösungen zu liefern“, sagt Roidl. Diese Mischung aus Skalierung und Nähe sei ein entscheidender Vorteil, gerade für mittelständische Unternehmen.
Warum integrierte Services wichtiger werden
Roidl beobachtet im Markt eine Entwicklung hin zu ganzheitlichen IT-Modellen. „Unternehmen wollen keine vier Provider, vier Verträge und vier verschiedene Meinungen bei einem Problem“, sagt er. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass fragmentierte Zuständigkeiten eher Bremsklötze sind. Getronics versteht sich deshalb als orchestrierender Partner. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Technologien intern entwickelt werden. Im Gegenteil: Das Unternehmen arbeitet bewusst agnostisch mit führenden Spezialisten zusammen, beispielsweise im Bereich KI oder Cloud. „Für uns zählt nicht, wer die Technologie liefert. Entscheidend ist, was für den Kunden das Beste ist.“
Deutsche Rechenzentren mit globaler Reichweite
Ein Punkt, der für deutsche Mittelständler besonders wichtig ist: Datenhoheit. „Viele Kunden wollen ganz genau wissen, wo ihre Daten liegen – und sie wollen, dass sie Deutschland nicht verlassen“, sagt Roidl. Getronics betreibt deshalb eigene Rechenzentren in Deutschland, bietet aber gleichzeitig internationale Servicekapazitäten. Auch große Hardwarehersteller lassen ihre On-Site-Services in Deutschland von Getronics-Personal durchführen. Diese Kombination ermöglicht, was rein nationale Anbieter oft nicht leisten können: lokale Compliance bei globaler Servicefähigkeit.
Was Mittelständler wirklich umtreibt
Roidls Ansicht nach sind die Herausforderungen im Mittelstand eindeutig: Dazu zählen Fachkräftemangel, Security-Anforderungen, Cloud-Strategien und steigende Komplexität. Unternehmen mit 200 bis 500 Mitarbeitenden seien laut ihm zu groß, um komplett ohne professionelle IT-Services auszukommen, aber zu klein, um hochspezialisierte Fachkräfte dauerhaft zu beschäftigen. Themen wie NIS2 und Cyberabwehr stellen zusätzliche Kosten- und Kompetenzhürden dar. „Genau hier liegt der Wert eines Managed-Service-Partners“, sagt Roidl. Durch geteilte Expertise, Prozessautomatisierung, Compliance-Unterstützung und klare Zukunftsstrategien werden die internen Teams entlastet und können sich auf das Kerngeschäft konzentrieren.
Der Trend geht zurück: weg von der Public Cloud
Einer der spannendsten Trends, den Roidl beschreibt, ist die Rückbewegung vieler Unternehmen aus der reinen Public Cloud. „Vor einigen Jahren wollte gefühlt jeder alles in die Public Cloud schieben“, sagt er. „Heute erleben wir das Gegenteil.“
Gründe dafür sind:
- steigende Anforderungen an die Datenklassifizierung
- Unsicherheiten durch geopolitische Spannungen
- erhöhte Sensibilität gegenüber staatlichen Zugriffsrechten
- gestiegene Kosten bei schlecht gemanagten Cloud-Setups
Einige unserer Kunden wollen nicht einmal, dass ihr Disaster-Recovery-System in Italien liegt. Sie sagen: ‚Unsere Daten dürfen Deutschland nicht verlassen.‘ Getronics bietet hierfür hybride und private Alternativen, die eine starke Verschlüsselung und eine europäische Infrastruktur umfassen.
Sicherheit ist eine Frage der Balance
Roidl spricht offen aus, was viele ungern hören: Absolute Sicherheit gibt es nicht. „Als ehemaliger Softwareentwickler weiß ich, dass jede Codezeile eine Schwachstelle haben kann.“ Entscheidend sei daher nicht Perfektion, sondern eine sinnvolle Risikoabwägung. „Die letzten drei Prozent Sicherheit würden Millionen kosten. Das muss man transparent diskutieren.“ Getronics unterstützt Unternehmen dabei mit Risikoanalysen, Sicherheitsarchitektur und operativem Monitoring – auch über ein eigenes Security Operations Center (SOC) in Spanien.
Die Schönheit der KI: Entlastung statt Angst
Wenn Roidl über KI spricht, dann tut er das mit spürbarer Begeisterung. Für ihn ist künstliche Intelligenz keine Bedrohung, sondern ein Meilenstein. „Es gibt Unternehmen, die KI einsetzen – und es gibt Unternehmen, die es bald nicht mehr geben wird.“ Damit meint er jedoch nicht den großen disruptiven Wurf, sondern zahlreiche kleine Anwendungen, die Prozesse effizienter gestalten, menschliche Routinearbeit reduzieren und Ressourcen freisetzen.
Ein Beispiel sind Passwort-Resets oder einfache Nutzeranfragen, die bislang Live-Agenten gebunden haben. „Ein Supportmitarbeiter, der seit 20 Jahren immer dieselben Standardfragen beantwortet, ist irgendwann frustriert. KI nimmt ihm diese Last ab und schafft Raum für anspruchsvollere Aufgaben.“ Getronics arbeitet dafür mit OneReach.ai zusammen, einem der führenden Anbieter im Gartner-Quadranten. Die Technologie kommt sowohl intern als auch in Kundenprojekten zum Einsatz.
Partnerschaft statt Provider
Für Roidl steht fest: Der Mittelstand braucht Partner, die mitdenken, übersetzen und stabilisieren. Technologie ist heute kein Selbstzweck mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. „Der Mittelstand hat oft brillante Ideen, starke Produkte und enorme Innovationskraft“, sagt er. „Was ihnen fehlt, ist die Sicherheit, dass ihre IT zuverlässig, sicher und zukunftsfähig ist.“ Genau dort möchte Getronics ansetzen: als Begleiter, der die Sprache der Unternehmen spricht, ihre Herausforderungen kennt und die Komplexität der IT beherrschbar macht.

Frank Roidl, Senior Key Account Manager bei Getronics
